Es gibt viele verschiedene Formen von Antisemitismus. So ist Feindschaft gegen Juden keine Erscheinung der Neuzeit, sondern reicht bis in die Antike zurück. Neu hingegen sind viele Formen, in denen sie auftritt, selten offen, häufig getarnt: In Phrasen wie „man wird ja wohl noch sagen dürfen, dass…”, als angebliche Israelkritik, als Relativierung und Leugnung der Geschichte. Es ist ein Antisemitismus ohne Antisemiten, der längst die Mitte der Gesellschaft erreicht hat. Wo endet Kritik an der Politik Israels, wo beginnt Antisemitismus? Was bedeutet Feindschaft gegen Juden? Und wer sind die Antisemiten?

Dieses Projekt will die Problemlage entschlüsseln und einen Beitrag zur breiten Diskussion über Antisemitismus und vor allem seine Bekämpfung leisten. Wir halten dies für notwendig,um die Demokratie zu schützen und zu erhalten.

Maßnahmen und Veranstaltungen zur Bekämpfung des Antisemitismus

Antisemitismus ist nicht nur eine Bedrohung für die Opfer selbst, sondern für unsere gesamte demokratische Gesellschaft. Wir versuchen die Demokratie zu fördern, indem wir Menschen zusammenführen, zur Diskussion oder zum Dialog einladen. Wir versuchen dies möglichst breit und auf unterschiedlichen Ebenen umzusetzen. Wie kann man Foren schaffen, in denen es Möglichkeiten gibt, dass sich Menschen begegnen? Wie kann man bewirken, dass dies längerfristig Bestand haben kann? Welches Wissen kann aus einem solchen Versuch der aktiven Begegnung gezogen werden? Können, neben den Erfahrungen für die Einzelnen, daraus Erkenntnisse für die Politik, die Wissenschaft oder auch die Gesellschaft gezogen werden?

Folgende Aktivitäten sollen dazu beitragen:

Ab November 2020:
1.Projekte auf der Straße in verschiedenen Städten mit Diskussions- und Gesprächsrunden, bspw. „Speakers‘- und Diskussionscorner“
2.Onlinevorträge mit Diskussion – bayernweit

22. April 2021:
Kongress in Ichenhausen (Synagoge und Tagungshaus) zum Anlass 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.
(Verantwortung: PD Dr. Karin Schnebel, Prof. Dr. Klaus Wolf)

Mai 2021: Bürgerforum in Traunstein
(Verantwortung: Ursula Lay)

Juni 2021: Bürgerforum in München
(Verantwortung: Corinna Wagner)

Mai 2020 bis Juli 2021:
Ausbildung von Multiplikatoren: Junge Menschen lernen, Kurse zum Umgang im Alltag mit Hass, Vorbehalten, Antisemitismus oder Rassismus zu erteilen. Dabei werden die Teilnehmenden an drei bis vier Tagen darin ausgebildet, Mitmach- und Kommunikationskurse zu geben, die ein Bewusstsein und ein Verständnis für die Problematik vermitteln.

Ab September 2021:
Einsatz der Multiplikatoren bayernweit (an Schulen, sozialen Einrichtungen, weiteren Organisationen)

Social-Media-Publikationen unterschiedlicher Art:
Interviews, kleine Publikationen, Meinungsäußerungen, Sammlung von Foto- und Filmaufnahmen zum Thema Antisemitismus, etc. Kurzer Film über das Projekt

Erstellung eines Sammelbands „Antisemitismus. Nein danke!“

Das Projekt “Antisemitismus. Nein Danke!” richtet sich an Schulen in ganz Bayern, soziale Einrichtungen und weitere Organisationen, darüber hinaus an alle, die an demokratischen Werten interessiert sind.

Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu gewährleisten, werden junge Menschen in Multiplikatorenschulungen dazu befähigt, Workshops selbst durchzuführen. Diese sollen anschließend in Schulen und anderen Organisationen selbst Workshops leiten. Durch fachliche und didaktisch-pädagogische Beiträge auf der Internetseite des GIM, durch einen Sammelband über Antisemitismus und Dokumentationen im Internet wird die Nachhaltigkeit zusätzlich gewährleistet. Das Wertebündnis wird über die Beiträge im Netz informiert, somit können die Informationen über Kanäle des Wertebündnisses weitergetragen werden.

Projektträger:
Gesellschaftswissenschaftliches Institut München für Zukunftsfragen e.V.
Gewürzmühlstr.
80538 München
info@gimuenchen.de
www.gimuenchen.de

Schirmherr
Dr. Ludwig Spaenle
Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe