Musik integriert2018-11-14T12:28:06+00:00

Musik.integriert

Im Rahmen der Initiative für Integration und Toleranz arbeitet das Wertebündnis Bayern daran, Begegnungen auf Augenhöhe zwischen jungen Menschen egal welcher Herkunft zu ermöglichen. Ziel ist es, offen auf junge Migranten zuzugehen, sich für sie und ihre Lebensgeschichte und Kultur zu interessieren und ihnen gleichzeitig möglichst vielfältige Zugangsmöglichkeiten zur hiesigen Gesellschaft zu eröffnen. In einem Dialogprozess soll zunächst gegenseitiges Kennenlernen und Verstehen gefördert werden. Potentielle Vorurteile werden in einem von Respekt und Vertrauen geprägten Klima abgebaut, Toleranz wird gefördert. Unterschiedliche Weltanschauungen, Wertvorstellungen oder Gepflogenheiten werden thematisiert und in ihren Potentialen wahrgenommen. Die jungen Menschen erkennen, dass unterschiedliche kulturelle Prägungen im Alltag auch zu Konflikten führen können und erarbeiten friedliche, von Respekt geprägte, demokratische Konfliktlösungsstrategien.

Gemeinsames Erleben und Gestalten von Musik, Sport, Kunst und Kultur funktioniert zunächst auch ohne bzw. mit geringen Sprachkenntnissen. Damit das Integrationsziel erreicht wird, richtet sich das Projekt an zugewanderte und einheimische Kinder und Jugendliche gleichermaßen. Integrationswille einerseits und Offenheit und Toleranz andererseits gehen Hand in Hand. Wer gemeinsam musiziert, entwickelt schnell eine Basis für Verständigung. Sprachliche Kommunikation und Wertebildung bauen auf dieser ersten Verständigungsebene auf und schließen sich an.

Im Projekt „Musik integriert“ sollen ausgehend von einer systematischen Wirkungsanalyse der Prozesse „Spracherwerb“ und „aktives Musikzieren“ durch Synthese gezielter und systematisch geplanter Methoden aus diesen beiden Bereichen die sich gegenseitig unterstützenden Effekte untersucht werden. Dabei werden Unterrichtskonzepte erstellt und in verschiedenen Klassen erprobt, die durch Einsatz von Sprachlernverfahren in Kombination mit Musik den Spracherwerb unterstützen und die Integration der Kinder in die Gesellschaft fördern.

Ablauf

In den Schuljahren 2016/17 und 2017/18 werden folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Systematische Analyse der einzelnen Prozesse des Spracherwerbs
  • Systematische Analyse der Wirkungsmechanismen von verschieden musikalischen Verfahren
  • Erstellung kombinierter Methoden zum Sprachlernprozess durch Musik
  • Erstellung von Methoden zur Integration
  • Erprobung der erstellten Methoden in der Schulpraxis
  • Erstellung von Unterrichtsmaterialien zum Spracherwerb und zur Integration
  • Erstellung von Fortbildungsveranstaltungen
  • Unterstützung der Schulen beim Einsatz von Fördermitteln
  • Parallel dazu Evaluation der Prozesse
  • Parallel dazu systematische Erforschung der Prozesse

Methoden

  • Spracherwerb: Lieder, Spielstücke und Tänze können gezielt zum Spracherwerb eingesetzt werden; hierfür wird eine Lieder- und Songsammlung entwickelt. Gerade im Singen lassen sich viele Elemente der Sprache auf spielerische Weise lernen.
  • Integration: Viele musikalische Aktionen sind nur möglich wenn das Team kooperiert; die Verständigung muss dazu in Deutsch erfolgen, dadurch verbessern die Jugendlichen rasch ihre sprachlichen Fähigkeiten.
  • Willkommenskultur: Durch die Ermutigung zum Spielen und Darbieten der Musik des Heimatlandes den Jugendlichen der Wechsel von der ursprünglichen Kultur in eine neue erleichtert. Hier werden wir erproben, wie Musik diesen Übergangsprozess darstellen und unterstützen kann.

Bestehende Projekte als Voraussetzung

  • Musik macht stark: Studierende geben in der Berufsschule Nürnberg unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen Unterricht in E-Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug und coachen sie beim Spielen in der Band. Die Schüler lernen Teamarbeit (Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Kommunikation etc.) die Kommunikation erfolgt in Deutsch (Sprachlernprozess), das Selbstbewusstsein wird gesteigert, das Bandspiel bringt Anerkennung bei den Peers.
  • Studenten in Übergangsklassen: An 14 Grund-, Mittel- und Realschulen in Nürnberg bieten Lehramtsstudierende mit Studienfach Musik ein Musik- und Sprachförderprogramm für Flüchtlinge an. Neben vielfältigen musikalischen Aktionen (Singen, Percussion, Instrumentalunterricht, Band- und Ensemblespiel, Tanz, etc.) werden die Studierenden auch bei Differenzierungsmaßnahmen zum Deutschlernen eingesetzt.
  • Sprint : An Realschulen werden besonders begabte jugendliche Flüchtlinge für den Besuch der Realschule im Spracherwerb unterstützt. Hier werden Methoden des aktiven Musikmachens ebenfalls eingesetzt.
  • Musikalische Grundschule: Zur Zeit gibt es ca. 70 musikalische Grundschulen mit folgenden Voraussetzungen: Die Schulen haben einen 3-5jährigen Schulentwicklungsprozess hinter sich, der größte Teil des Kollegiums wurde in Musik fortgebildet. Das Kollegium hat gelernt, gemeinsame Aktionen zu planen und durch zu führen, inklusives Arbeiten ist in den Unterricht integriert.
  • Klasse.im.puls: Am Projekt nehmen inzwischen 180 Mittel- und Realschulen in Bayern teil, an den Schulen wurden Musikklassen mit verschiedenen instrumentalen Schwerpunkten eingeführt (Chorklassen, Bandklassen, Bläserklassen, Percussionklassen etc.). Die Klassen bieten ideale Voraussetzung für den Einsatz von Musik zum Spracherwerb und zur Integration. Die Schulen können Zusatzangebote zur spezifischen Förderung entwickeln und anbieten.

Effekte auf das bayerische Schulsystem

Die Projektmitarbeiter sollen als Serviceeinrichtung den Schulen bei der Umsetzung der Förderprogramme helfen (Beantragung von Mitteln, Einsatz von Personal) und Voraussetzungen für eine wissenschaftliche Begleitforschung zu schaffen.

 

Durch die wissenschaftliche Untersuchung und Begleitung der Prozesse des Spracherwerbs und der Integration mit Musik können theoretische Konzeption und praktischer Einsatz systematisch konzipiert, durchgeführt und ihre Wirksamkeit erforscht werden. Die dabei erstellten und in verschiedenen Klassen erprobten Unterrichtskonzepte, unterstützen dauerhaft den Spracherwerb in Kombination mit Musik und fördern nachhaltig die Integration der Kinder in die Gesellschaft.

Die Ergebnisse werden der Stiftung Wertebündnis Bayern und dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst zur Verfügung gestellt.

Förderverein klasse.im.puls e.V.

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Musikpädagogik
Regensburger Str. 160
90478 Nürnberg

Tel.: +49 911 5302 – 134
Fax: +49 911 5302 – 719
E-Mail: info(at)klasse-im-puls.de
Internet: www.klasse-im-puls.de

 

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Im Projekt „Musik integriert“ wurden durch das ISB keine eigenen Daten aus Teilnehmerbefragungen erhoben, da das Projekt im Rahmen eines an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) angesiedelten Promotionsvorhabens wissenschaftlich evaluiert wird. Auf die Ergebnisse aus diesem Vorhaben darf das ISB freundlicherweise zurückgreifen, um sie mit den anderen Teilprojekten zusammenzubringen und in die Evaluation der Gesamtinitiative einfließen zu lassen. Sie werden im Folgenden kurz zusammenfassend dargestellt: