Aktuelles
12.02.2026
„Individuelle & gesellschaftliche Verantwortung und Resilienz in sicherheitspolitisch unsicheren Zeiten“
Anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz luden auch in diesem Jahr die Wertebündnisprojekte #how2resilience und mehrWERT Demokratie zu einem Veranstaltungstag zum Thema „Individuelle und gesellschaftliche Verantwortung und Resilienz in sicherheitspolitisch unsicheren Zeiten“ in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München ein.
Nach Grußworten durch den Direktor der Bayerischen Akademie der Wissenshaften, Prof. Dr. Markus Schwaiger, und den Kommandeur des Landeskommandos Bayern, Brigadegeneral Thomas Hambach, gab Ulrike Strauss, Chief Operating Officer & Head of Strategic Projects der MSC, einen prägnanten Überblick über die Themenschwerpunkte der anstehenden Sicherheitskonferenz. Ausgehend hiervon legte der Sicherheitsexperte und Politikberater Nico Lange in einem Plenumsvortrag mit anschließendem Publikumsgespräch aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen für Deutschland und Europa dar, die sich insbesondere aus dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, den dahinterliegenden Bestrebungen Russlands zur Veränderung der Einflussbereiche in Europa und markanten Veränderungen im transatlantischen Verhältnis der europäischen NATO-Mitgliedstaaten zu Amerika ergeben. Langes teils scharf analysierenden, teils pointiert kommentierenden Ausführungen hallten wie ein Weckruf in den Workshops am Nachmittag nach.
Ziel der verschiedenen zur Auswahl stehenden Workshops war es, konkrete Reflexions- und Handlungsimpulse zu setzen, welche die individuelle, gesellschaftliche und digitale Resilienz im Sinne der Verteidigung der demokratischen Gesellschaft nach Innen und Außen stärken. In Impulsvorträgen durch bzw. Podiumsdiskussionen mit Experten und Expertinnen wurden verschiedene Themen in den Blick genommen und anschließend mit den Teilnehmenden ergebnisoffen und kritisch diskutiert.
Prof. Dr. Reiner Anselm (Lehrstuhl für Systematische Theologie und Ethik, LMU) stellte als Mit-Autor der EKD-Denkschrift „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick. Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen“ (2025) Überlegungen zur militärischen Verteidigungsfähigkeit aus christlicher Perspektive vor.
„Systemische Rivalität, hybride Bedrohungen und die Implikationen für die zivil-militärische Kooperation“ war Thema eines Workshops von Dr. Konstantinos Tsetsos (UniBW München / Head of Foresight, METIS Institut für Strategie und Vorausschau UniBW München).
Hybride Angriffe auf IT-Infrastruktur macht Maßnahmen zur Stärkung der „IT-Resilienz in unsicheren Zeiten“ notwendiger denn je – ein Thema, dem sich Dennis Dobler (Senior Manager / Prokurist Consulting, Cyber Security & Resilience, KPMG) widmete.
Die Wiedereinführung von Wehrdienst/Wehrpflicht bewegt gerade junge Menschen, weshalb der Landesschülersprecher Mahdi Lazar und Landesschülersprecherin Aradia Herrmann eingeladen waren, in einem von Dr. Gero Kellermann (Akademie für politische Bildung Tutzing) moderierten Podium ihre Fragen und Positionen mit Vivian Tauschwitz, MdB (Mitglied des Verteidigungsausschusses im Bundestag), und Oberstleutnant Marcel Bohnert (Deutscher Bundeswehrverband) auszutauschen.
Bernhard Schäffer (Freiwillige Feuerwehr / Kreisjugendring) bündelte in seinem Workshop Informationen zu „Ehrenamtliches Engagement als zentrale Säule der gesellschaftlichen Resilienz (inkl. ehrenamtliches Engagement im beruflichen Kontext und ‚Blaulichtorganisationen‘ im Unterricht)“.
Das Allensbach Institut für Meinungsforschung hat in Befragungen ein drastisches Schwinden der subjektiv wahrgenommenen politischen Meinungsfreiheit in Deutschland nachgewiesen, welche die alltägliche Realisierung des Grundrechts auf Meinungsfreiheit in Frage zu stellen scheinen; die Ergebnisse der Erhebungen und möglichen Ursachen wurden im Workshop „Schwinden von Meinungsfreiheit und Institutionenvertrauen als Gefahr für die Demokratie?!“ mit PD Dr. Thomas Petersen, Allensbach Institut für Meinungsforschung, und Dr. Gero Kellermann, Akademie für politische Bildung Tutzing, zur Diskussion gestellt.
Generalleutnant a.D. Martin Schelleis, Maltester Bundesbeauftragter für Krisenresilienz, Sicherheitspolitik und zivil-militärische Zusammenarbeit, widmete sich in seinem Workshop der Frage: „Handlungsbedarf konkret: Vorsorge für Krisen und Katastrophen – was müssen Staat und Institutionen, was muss ich selbst tun?“; nicht zuletzt angesichts realer hybrider und auch innerer Bedrohungen in Deutschland ist diese Frage dringend im Sinne der Stärkung der Resilienz in der Bevölkerung stärker als bisher zu adressieren.
Prof. Dr. Klaus Zierer, Ordinarius für Schulpädagogik an der Universität Augsburg, präsentierte schließlich unter dem Motto „Krieg in die Köpfe? Demokratie in die Herzen!“ Überlegungen zur Thematisierung außenpolitischer Bedrohungen im Unterricht aus schulpädagogischer Perspektive und verwies dabei nicht zuletzt auf die Bedeutung der drei Prinzipien des Beutelsbacher Konsenses – Indoktrinationsverbot, Kontroversitätsgebot und Befähigung zur mündigen Meinungsbildung – als didaktische Grundlagen der politischen Bildung an Schulen, zu deren Anwendung Lehrkräfte aller Fächer dringend befähigt werden müssen.
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