„Wertebündnis Bayern lotet mit namhaften Referenten den Zusammenhang von digitaler Transformation und Wertefragen aus“

Pressemitteilung vom 13. März 2018 / 27. Vollversammlung des Wertebündnis Bayern

„Wertebündnis Bayern lotet mit namhaften Referenten den Zusammenhang von digitaler Transformation und Wertefragen aus“

Am 13.März fand die 27. Vollversammlung des Wertebündnis Bayern statt. (#wertebuendnisbayern).

  • Praxis-Schlaglichter aus Wirtschaft und Arbeitswelt, Gesundheit und Journalismus zeigen Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation auf.
  • Prof. Dr. Dr. h. c. Julian Nida-Rümelin entwirft Ethik der digitalen Informationsgesellschaft.
  • Humanistisches Ideal der eigenständigen Urteilskraft als Rüstzeug für ein gelingendes Aufwachsen im digitalen Zeitalter.

In einer digitalisierten Welt stellen sich vielfältige Wertefragen. Wo genau liegen die Herausforderungen? Wie sollen wir als Gesellschaft damit umgehen? Wie können wir Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu einer wertebezogenen Auseinandersetzung mit der Digitalisierung anregen?

140 Wertebündnispartner kamen zusammen, um sich über das hochaktuelle Thema der digitalen Transformation unter dem Blickwinkel von Wertefragen auszutauschen.

Auftakt der Veranstaltung in der IHK-Akademie war ein interaktiver science-sclam, gefolgt von einer rhetorischen Glanzleistung in Form einer Schülerdebatte zum Thema „Soll ‚Bring your own device‘ an bayerischen Gymnasien ab der 10. Klasse verpflichtend eingeführt werden?“, die überzeugende Argumente sowohl pro als auch contra geliefert hat. Anschließend referierten Praktiker aus den eigenen Reihen zur digitalen Transformation aus Sicht von Wirtschaft und Arbeitswelt, Gesundheit und Journalismus. Anhand konkreter Beispiele zeigten sie ihren jeweiligen Bereich betreffende Herausforderungen auf. Durch die kompakte Darstellung der Veränderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen – von „digital leadership“ über „ambient assisted living“ und Pflegeroboter bis hin zu „fake news“ – wurde augenfällig: Es ist dringend an der Zeit, die digitale Revolution aktiv zu gestalten und die dazugehörigen Wertedebatten ohne Tabus zu führen.

Prof. Dr. Dr. h. c. Julian Nida-Rümelin entwarf in seinem Vortrag eine Ethik der digitalen Informationsgesellschaft, die die verschiedenen Anwendungsbereiche umfasst und in ihrem breiten Ansatz Wertefragen in den Fokus nimmt. „Siri ist kein Gegenüber!“ Mit dieser Aussage distanzierte sich Nida-Rümelin von Silicon Valley Fantasien eines beseelten Roboters und stellte die drei Prinzipien Wahrhaftigkeit, Vertrauen und Verlässlichkeit als Basis einer echten Kommunikation dar. Bildung in der digitalen Informationsgesellschaft müsse vor allem das humanistische Ideal der eigenständigen Urteilskraft ins Zentrum rücken, denn Informationen seien permanent im Übermaß abrufbar. Was es aber brauche, um sich ein verlässliches Urteil bilden zu können, um Realitätsbezug, Zivilcourage und eine kohärente Lebenspraxis für sich selbst zu entwickeln, seien Zeit zum Nachdenken, Reflexion, Distanz und Tiefe.

Download der Pressemitteilung