KulturWerkRaum 2018-06-30T19:04:14+00:00

KulturWerkRaum

Ziel ist es, offen auf junge Zugewanderte zuzugehen, sich für sie und ihre Lebensgeschichte und Kultur zu interessieren und ihnen gleichzeitig möglichst vielfältige Zugangsmöglichkeiten zur hiesigen Gesellschaft zu eröffnen. In einem Dialogprozess soll zunächst gegenseitiges Kennenlernen und Verstehen gefördert werden. Potentielle Vorurteile werden in einem von Respekt und Vertrauen geprägten Klima abgebaut, Toleranz wird gefördert. Unterschiedliche Weltanschauungen, Wertvorstellungen oder Gepflogenheiten werden thematisiert und in ihren Potentialen wahrgenommen. Die jungen Menschen erkennen, dass unterschiedliche kulturelle Prägungen im Alltag auch zu Konflikten führen können und erarbeiten friedliche, von Respekt geprägte, demokratische Konfliktlösungsstrategien.
Die Gesamtzielsetzung soll durch die im Folgenden genannten konkreten Ziele erreicht werden:

  • Begegnung und Austausch von Menschen unterschiedlicher Herkunft in der verbalen und nonverbalen Auseinandersetzung mit Kunstwerken und im kreativen Schaffensprozess
  • Ermöglichung positiver Erlebnisse für Migrantinnen und Migranten in ihrer oft schwierigen Lebenssituation
  • Möglichkeit für einheimische Jugendliche, mit Zugewanderten in Kontakt zu kommen und umgekehrt
  • Abbau von Ängsten oder Vorurteilen auf beiden Seiten
  • Brückenschlag der Kulturen
  • Gemeinsames Erleben auf der Basis von Gleichberechtigung, respektvollem Umgang miteinander und gegenseitiger Toleranz
  • Spontane Kommunikation der Jugendlichen, die u. a. auch den zwanglosen Spracherwerb und dessen Festigung fördert

Beschreibung und Inhalt

Das Projekt KulturWerkRaum richtet sich an junge Zuwanderer, Geflüchtete sowie Einheimische aller Bildungsniveaus und wird in gemischten Gruppen durchgeführt. Es nutzt Museen als Orte, die den Brückenschlag zwischen den Kulturen ermöglichen. Grundbausteine des Projekts sind Blöcke von vier ca. dreistündigen Veranstaltungen über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Die vier Veranstaltungen umfassen jeweils unterschiedliche Kunstepochen bzw. Objektgruppen, Gattungen und Gestaltungstechniken, je nach den Gegebenheiten in den Museen. Nach Ablauf eines Blocks findet mit einem zeitlichen Abstand mit einer neuen gemischten Gruppe ein neuer Veranstaltungsblock statt. Auf diese Weise sollen kontinuierlich möglichst viele zugewanderte und einheimische Jugendliche in Kontakt und zum gemeinsamen Erleben gebracht werden.

Ablauf

In der Einstiegs- und Experimentierphase im Atelier entsteht bereits ein erster Austausch unter den Teilnehmenden. Sie umfasst die handlungsorientierte, kreative und den Gegebenheiten des Museums folgende thematische Vorbereitung des gemeinsamen Ausstellungsbesuchs.
In der Erweiterungsphase folgt der vorbereitenden Praxissequenz ein gemeinsamer Ausstellungsbesuch. Die Auswahl der Exponate richtet sich nach dem Thema der Veranstaltung, das auf die Gegebenheiten des jeweiligen Museums eingeht. Die im Atelier entstandenen Vorarbeiten erleichtern das Beobachten und Vergleichen – verbal und nonverbal. Die weiterführende Auseinandersetzung geschieht mit unterschiedlichen museumspädagogischen Materialien, die verschiedene Aspekte der Exponate beleuchten. Auch hier steht die Handlungsorientierung im Vordergrund, um eine spontane Kommunikation zu ermöglichen.
In der Transferphase folgen vertiefende Praxissequenzen im Atelier. Thematische Anregungen der Exponate werden aufgegriffen, um sie in Einzel- oder Partnerarbeit umzusetzen.
Zum Abschluss gestalten und beschriften die Teilnehmenden eine Postkarte, die im Museum verbleibt. Dafür kann eine Postkarte eines früheren Teilnehmenden ausgewählt und mitgenommen werden. Auf diese Weise können neue Kontakte geknüpft werden.

Methoden

  • Kombination von verbalen und nonverbalen Vermittlungsmethoden
  • Handlungsorientierte und aktivierende Methoden
  • Didaktische Materialien für eine gestalterische, spielerische oder assoziative Auseinandersetzung mit den Exponaten
  • Performative Methoden

Um die Verstetigung und Verbreitung dieser Veranstaltungsblöcke an möglichst vielen Orten in Bayern zu gewährleisten, finden kontinuierlich Fortbildungen an den jeweiligen Standorten statt, um museumspädagogisches Fachpersonal und Lehrkräfte zu befähigen, diese Veranstaltungen selbstständig durchzuführen. Die Fortbildungen umfassen theoretische Grundlagen, Hospitationen und praktische Module.

Organisatorischer Rahmen

Das Projekt wird an fünf Standorten in Bayern ausgeführt: in Abensberg, Augsburg, Burghausen, Passau und Würzburg in staatlichen Zweigmuseen sowie kommunalen Museen. An diesen Orten werden in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, der Bayerischen Schlösserverwaltung und kommunalen Museen in einem ersten Schritt museumspädagogisches Personal für die örtlichen Teams ausgewählt sowie Räume gefunden und falls nötig ausgestattet. Die Projektpartner kontaktieren und motivieren Lehrkräfte an den örtlichen Schulen, damit diese ebenfalls in der ersten Phase an Schulungen teilnehmen, und gewinnen über die örtlichen Lehrkräfte und Elternschaften gemischte Gruppen von Jugendlichen für die Veranstaltungsblöcke. Das MPZ führt die ersten Veranstaltungsblöcke an den Standorten durch und schult damit gleichzeitig das museumspädagogische Personal und die teilnehmenden Lehrkräfte. Anschließend werden weitere Veranstaltungsblöcke an den genannten Standorten realisiert; diese werden zunächst vom MPZ personell begleitet, später und auf Dauer werden sie selbstständig von den vor Ort geschulten Museumspädagoginnen und -pädagogen sowie Lehrkräften betreut. Außerdem finden – durch Vermittlung der Projektpartner – von den genannten Standorten aus und auch an weiteren Orten Fortbildungen statt, die Lehrkräfte und pädagogisches Personal aus anderen Regionen zur Durchführung des Projekts KulturWerkRaum an ihren Standorten befähigen.

Zeitlicher Rahmen

2016:

  • Projektbeginn ab September 2016
  • Auswahl geeigneter Räume an den Standorten
  • Falls nötig Ausstattung / Ergänzung der Räume
  • Kontaktaufnahme mit Museumspädagoginnen und -pädagogen sowie Lehrkräften vor Ort
  • Informationsveranstaltungen mit den Beteiligten vor Ort

2017:

  • Schulungsmaßnahmen für die Beteiligten in München und vor Ort
  • Informationsmaßnahmen und Gewinnung von Teilnehmenden (Zugewanderte, Geflüchtete und Einheimische)
  • Durchführung der ersten Veranstaltungsblocks mit gemischten Gruppen durch MPZ-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter
  • Evaluation der durchgeführten Veranstaltungen
  • Weitere Veranstaltungsblocks mit zunehmender Übernahme durch die Beteiligten vor Ort
  • Kontaktaufnahme mit weiteren interessierten Museen und Lehrkräften an anderen Standorten

2018:

  • Schulungsmaßnahmen für die Beteiligten in München und vor Ort
  • Informationsmaßnahmen und Gewinnung von Teilnehmern (Zugewanderte, Geflüchtete und Einheimische)
  • Weitere Veranstaltungsblocks mit zunehmender Übernahme durch die Beteiligten vor Ort
  • Kontaktaufnahme mit weiteren interessierten Museen und Lehrkräften an anderen Standorten
  • Informationsveranstaltungen und Schulungen an neuen Standorten
  • Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungsblöcken an neuen Standorten
  • Evaluierung der bisher durchgeführten Maßnahmen
  • Dokumentation
  • Einrichtung und inhaltliche Realisierung der für die Präsentation der Ergebnisse vorgesehenen Internetplattform
  • Präsentation der Ergebnisse und erarbeiteten Materialien auf der Website der Stiftung Wertebündnis Bayern, des MPZ und der Projektpartner innerhalb und außerhalb des Wertebündnisses

Aufgrund der heterogenen Gegebenheiten an den verschiedenen Standorten können die Zeiträume der Maßnahmen örtlich etwas variieren.

Evaluation und Ergebnissicherung

Das Projekt wird fortlaufend vom MPZ und seinen Projektpartnern schriftlich, mit Fotos und mit Materialien dokumentiert und evaluiert; die Ergebnisse werden der Stiftung Wertebündnis Bayern zur Verfügung gestellt und auch auf den Internetplattformen des MPZ und seiner Projektpartner sowie der Partner vor Ort präsentiert. Darüber hinaus werden Artikel in Fachzeitschriften platziert.

 

Um die Nachhaltigkeit und Verstetigung dieses Projekts zu gewährleisten, werden die beschriebenen Fortbildungsmaßnahmen auch nach Projektende an verschiedenen Orten in Bayern durchgeführt, sodass sich ein flächendeckendes Netz entwickelt.

Museumspädagogisches Zentrum (MPZ)

Infanteriestraße 1
80797 München

Tel.: +49 89 12 13 23-23 oder -24
Fax: +49 89 12 13 23-26
E-Mail: mpz(at)mpz.bayern.de
Internet: www.mpz.bayern.de

 

Projekttag im Bayerischen Nationalmuseum am 20.07.2017

Einverständnis mit Datenschutzerklärung für Anzeige von YouTube Inhalte erforderlich. Detaillierte Informationen hierzu finden Sie in der Datenschutz.
Akzeptieren

Hier das Projektkonzept „KulturWerkRaum“ downloaden.

Die Zeitschrift des Philologenverbands berichtet: Integrationsprojekt KulturWerkRaum schafft Begegnungen auf Augenhöhe