Gemeinsam für Demokratie. Israel und Bayern. 2018-01-11T10:23:19+00:00

Gemeinsam für Demokratie.
Israel und Bayern.

„Gemeinsam für Demokratie. Israel und Bayern.“ hat das Ziel, zur Stärkung demokratischer und pluralistischer Werte unter Schülerinnen und Schülern in Israel und in Bayern beizutragen. Dabei sollen die jungen Menschen, ausgehend von den jeweiligen historischen Entwicklungen und Erfahrungen in den beiden Ländern, Schlüsse für die demokratische Gestaltung der Gegenwart ziehen.

Im Hinblick auf das besondere historische Verhältnis der beiden Länder Deutschland und Israel sollen die Jugendlichen befähigt werden, Fehlentwicklungen und Angriffe auf die Demokratie einzuordnen und die Stärke pluralistischer Systeme zu erkennen.

Insgesamt soll durch dieses Projekt bei den Jugendlichen das Vertrauen in die Integrationskraft demokratischer, parlamentarisch fundierter Systeme reifen. Dabei sollen die vielfältigen Erfolge der beiden Länder bei der Integration von Flüchtlingen und Migranten in den vergangenen Jahrzehnten nach den Staatsgründungen in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts hervorgehoben werden.

Die teilnehmenden Lehrkräfte wirken in ihren Ländern als Multiplikatoren, regen einen intensiven inhaltlichen und persönlichen Austausch an und organisieren mit den Schülern langfristige Partnerschaften mit dem jeweiligen Partnerland. Dabei sind in weiteren Phasen des Projektes intensive Schüleraustausche und auszuarbeitende Zertifizierungen der Schülerinnen und Schüler angedacht.

Projektbeschreibung

„Democracy cannot succeed unless those who express their choice are prepared to choose wisely. The real safeguard for democracy, therefore, is education.“ (Franklin D. Roosevelt)

Aufgrund der Erfahrungen der Geschichte, der Wertschätzung der Demokratie und des Verständnisses für Pluralität ist es übergeordnetes Ziel dieses Projekts, offen auf junge Migranten zuzugehen, sich für sie und ihre Lebensgeschichte und Kultur zu interessieren und ihnen gleichzeitig möglichst vielfältige Zugangsmöglichkeiten zur hiesigen Gesellschaft zu eröffnen. Potentielle Vorurteile sollen in einem von Respekt und Vertrauen geprägten Klima abgebaut und Toleranz gefördert werden. Unterschiedliche Weltanschauungen, Wertvorstellungen oder Gepflogenheiten werden thematisiert und in ihren Potentialen wahrgenommen. Die jungen Menschen erkennen dabei, dass unterschiedliche kulturelle Prägungen im Alltag auch zu Konflikten führen können und erarbeiten friedliche, von Respekt geprägte, demokratische Konfliktlösungsstrategien. Handlungsfähige Rechtsstaatlichkeit braucht Engagement und Haltung. Die Bedeutung der Werte und der Wertorientierungen für die Entwicklungen in unserer Gesellschaft und für die internationale Entwicklung sollen begreifbar und spürbar werden (Alois Glück).

Auftaktwoche vom 05.02. bis 09.02. in Bayern

Das Ziel der Auftaktwoche ist, dass Lehrkräfte und Bildungsverantwortliche aus Israel und Bayern den jeweiligen Stand der Integrationsbestrebungen im Bildungswesen des jeweiligen Landes darstellen und am Beispiel Bayern praktisch erleben. Dabei werden verschiedene Vorhaben und Methoden zur Integration von Migranten in einem demokratischen Staat an unterschiedlichen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Bayern vorgestellt, erläutert und gemeinsam analysiert. Auch Angebote der Wirtschaft und der Jugendarbeit werden in den Blick genommen.

Im intensiven Austausch der Beteiligten werden die Übertragbarkeit der Projekte und der Transfer der jeweiligen Erfahrungen und Ergebnisse auf das Partnerland geprüft.

Dabei werden unter Berücksichtigung der historischen und kulturellen Besonderheiten des jeweiligen Landes Gemeinsamkeiten des Prozesses herausgearbeitet. Das Streben nach Festigung einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft und das Anliegen der Integration der Menschen, die sich mit dieser Gesellschaft identifizieren, werden als gemeinsames Ziel herausgearbeitet und bilden die Grundlagen der weiteren Arbeit im Projekt.

Organisatorischer Rahmen

Die Auftaktwoche findet vom 05. bis 09. Februar 2017 im Schullandheim Wartaweil bei Herrsching am Ammersee statt. Teilnehmer des Seminares sind zehn israelische Entscheidungsträger bzw. politisch und/oder bildungspolitisch verantwortliche Personen des Staates Israel sowie zehn politisch und/oder bildungspolitisch verantwortliche Personen (ggf. Kultusstaatssekretär, Ministerialbeauf-tragte, Lehrkräfte) aus den verschiedenen bayerischen Schularten.

Nach der Anreise und dem gegenseitigen Kennenlernen am Sonntag, beginnt der Montag mit Präsentationen beider Länder zum Thema „Umgang mit Migration in den Bereichen Schule, Berufsausbildung und Jugendarbeit.“ Die Jugendoffiziere des Landeskommandos Bayern stellen in Form einer Kurzpräsentation ihre Tätigkeiten vor.

Am nächsten Tag besuchen die Seminarteilnehmer in Kleingruppen verschiedene Schulen (Mittelschule, Realschule, Gymnasium, Berufliche Schule) in der Münchner Umgebung um sich genauer mit den Themen „Heterogenität in der Schule“, „Ganztagsschule mit außerschulischen Kooperationspartnern“, „Berufsintegrationsklassen“ und „Partizipation an der Schule / Politische Bildung“ zu beschäftigen.

Die Ergebnisse und Erkenntnisse der Schulbesuche werden am Mittwoch im Plenum vorgestellt, analysiert und diskutiert. Die Evaluation der Auftaktwoche rundet die Diskussion der Ergebnisse ab.

Der Abschlusstag des Austauschtreffens steht unter dem Schwerpunkt der beruflichen Bildung mit einer Werksführung im BMW-Werk München. Informiert wird über das Ziel der „JOBLINGE“ in Bayern, über echte Jobchancen und die nachhaltige Integration in Arbeitsmarkt und Gesellschaft. Bei den „JOBLINGEN“ engagieren sich Wirtschaft, Staat und Privatpersonen gemeinsam, um junge Menschen mit schwierigen Startbedingungen zu unterstützen.

Anschließend werden die Ergebnisse der durchgeführten Woche und Möglichkeiten einer gemeinsamen Weiterarbeit im Bayerischen Kultusministerium unter Anwesenheit der politisch und bildungspolitisch verantwortlichen Personen beider Länder sowie der Teilnehmer dokumentiert.

Nach der Auftaktwoche ist zwischen den Teilnehmern ein regelmäßiger Kontakt auf virtueller Ebene geplant.

Eine zweite Fortbildungswoche soll für alle Teilnehmer der Auftaktwoche in der ersten Schuljahreshälfte 2017/2018 in Israel stattfinden.

Danach sollen die Multiplikatoren befähigt sein, Lehrkräftefortbildungen in Bayern und Israel zu organisieren, um das gemeinsame Ziel, das Streben nach Festigung einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft und das Anliegen der Integration der Menschen, die sich mit dieser Gesellschaft identifizieren, unseren jungen Menschen weiterzuvermitteln.

Zeitlicher Rahmen  

  • 15.12.2016: Projektbeginn
  • 05.02.2017 – 09.02.2017: Auftaktwoche, erste Fortbildung in Bayern im Schullandheim Wartaweil (Ausbildung von Multiplikatoren)
  • Ab Februar 2017: Kontakt auf virtueller Ebene
  • Ende 2017/ Anfang 2018: Zweite Fortbildung in Israel (Ausbildung von Multiplikatoren)
  • Anschließend: Multiplikatoren organisieren Lehrerfortbildungen in Bayern und Israel
  • 30.11.2018: Ende des Projekts

Evaluation

Die Stiftung Wertebündnis Bayern finanziert die Evaluation der Gesamtinitiative für Integration und Toleranz sowie aller Einzelprojekte. Die am Projekt „Gemeinsam für Demokratie. Israel und Bayern.“ beteiligten Partner kalkulieren Zeitbudgets für die Kooperation mit dem Evaluationsteam des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) ein und tragen zum Gelingen einer aussagekräftigen Evaluation bei.

 

Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu gewährleisten, werden die Ergebnisse der durchgeführten Woche und Möglichkeiten einer gemeinsamen Weiterarbeit dokumentiert. Dies erfolgt durch die Erstellung einer Publikation. Der detaillierte Ablauf der Auftaktwoche wird ergänzt durch verschriftlichte Interviews der Teilnehmenden sowie medial begleitet.

Die Seminarteilnehmer sollen regelmäßigen Kontakt auf virtueller Ebene halten. Die Teilnehmer wirken in ihren Ländern als Multiplikatoren, regen einen intensiven und inhaltlichen und persönlichen Austausch an und organisieren langfristige Partnerschaften mit dem jeweiligen Partnerland in Form von Austauschmaßnahmen von Schülern, Lehrkräften und Bildungsverantwortlichen. Um eine langfristige Zusammenarbeit zu festigen, ist für 2018 eine zweite Fortbildungswoche der Teilnehmer in Israel geplant.

Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl)

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