Angekommen?! 2018-03-18T14:44:14+00:00
Angekommen

Wir leben in einer heterogener werdenden und durch vielfältige Veränderungen geprägten Gesellschaft. Kulturelle, weltanschauliche, religiöse und soziale Vielfalt prägt zunehmend unser Zusammenleben. Diese Vielfalt kann eine Bereicherung darstellen, bedeutet aber auch Herausforderungen. Unsere offene, freie, demokratische Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie – auf der Basis von Grundgesetz und Bayerischer Verfassung – die Vielfalt von Lebenswelten und Wertvorstellungen zulässt und als Ausgangspunkt demokratischer Verständigung anerkennt. Die Grundlage für ein gelingendes Zusammenleben ist dabei ein gemeinsames Verständnis über Grundwerte des friedlichen, respektvollen, demokratischen Miteinanders. Deshalb ist es sowohl für die-jenigen, die schon lange in Bayern leben, als auch für diejenigen, die neu aus anderen Ländern zu uns kommen, wichtig, einerseits Spannungen aushalten zu können, andererseits sich aber auch der eigenen Wertebasis bewusst zu sein und unser freiheitlich-demokratisches Modell des Zusammenlebens zu vertreten.

Der Blick auf das „Eigene“ und das „Fremde“, das „Selbstbild“ und das „Fremdbild“ (Edward Said) beschäftigt seit jeher Gesellschaft und Wissenschaft. Mehr denn je sollte sich die Gesellschaft damit auseinandersetzen. Zugezogene haben einen anderen Blick auf Bayern als diejenigen, die hier aufgewachsen sind. Sie kommen mit eigenen, ihnen bisher bekannten Wertevorstellungen und Lebenswelten. Die für uns elementaren Grundrechte und Normvorstellungen werden von ihnen als eine völlig neue Erfahrung wahrgenommen. „Vor allem im Zusammenhang mit der Integration aber warten langfristige Aufgaben, die nur im Zusammenspiel aller, die hierzulande „Staat machen“, und mit anhaltender Unterstützung durch die starken Kräfte der Zivilgesellschaft zu bewältigen sein werden.“ (dbb magazin/November 2016)

Integration kann nur gelingen, wenn Bildung so früh wie möglich beginnt. Seit dem 6. August 2016 ist erstmalig in Deutschland ein Integrationsgesetz in Kraft, das dem Leitgedanken von „Fördern und Fordern“ folgt. Geregelt werden darin unter anderem mehr Plätze in Integrationskursen mit vertiefender Wertevermittlung. Aber allein mit Kursen wird dies nicht gelingen. Es braucht Begegnungen auf Augenhöhe zwischen jungen Menschen egal welcher Herkunft. Dies soll im Projekt „Angekommen?!“ ermöglicht und umgesetzt werden. Es soll helfen, Grenzen zu überwinden, Menschen miteinander zu verbinden, um den Zugewanderten Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben zu ermöglichen. Einheimische gewinnen Einblick in den kulturellen und religiösen Hintergrund der Zugewanderten.

„Dort wo Sorgen und Fremdenfeindlichkeit auftreten, müssen wir den Dialog suchen, mit Fakten aufklären und überzeugen…. Das wirksamste Mittel gegen Menschen, die den Blick darauf richten, was alles schlecht läuft, sind informierte, neugierige und geduldige Bürgerinnen und Bürger, die ihre Meinung vernehmbar vertreten.“ (Innenminister Thomas de Maizière im Interview mit dem dbb magazin/November 2016).

Ziel ist es, offen auf junge Migranten zuzugehen, sich für sie und ihre Lebensgeschichte und Kultur zu interessieren und ihre Sichtweise zur „neuen Heimat“ kennenzulernen. Gegenseitiges Kennenlernen und Verstehen, nonverbal und verbal, sollen gefördert werden. Über das Medium der Fotografie kann man sich auch ohne bzw. mit geringen Sprachkenntnissen verständigen, denn Bilder sprechen eine ganz besondere Sprache. Sprachliche Kommunikation und Wertebildung bauen auf dieser ersten Verständigungsebene auf und schließen sich an. Die im Laufe des Projekts entstehenden Fotos sollen dann in einer Ausstellung einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden und dienen der Auseinandersetzung und der Reflexion untereinander.

Projektbeschreibung und Inhalte

Erster Bestandteil des Projekts wird das eigene Fotografieren der Jugendlichen sein. Das Projekt richtet sich an einheimische und zugewanderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit dem Ziel über die Smartphone Fotografie Überlegungen anzustellen, inwieweit die Zugewanderten wirklich bei uns angekommen sind. Die eigenen Empfindungen der jungen Zugewanderten, Geflüchteten und Einheimischen sind Ausgangspunkt für das Fotografieren.

Der Regisseur und Fotograph Hans-Günther Kaufmann führt dazu im Vorfeld Workshops durch, um die Jugendlichen fachlich zu qualifizieren: Was macht ein gutes Bild aus? Welche Dinge muss ich beachten, um Szenen einzufangen? Welche Motive bieten sich an?

Mit Respekt und Vertrauen wird auf die jungen Zugewanderten zugegangen. Begegnung und Austausch finden über die Smartphone Fotografien und deren einzigartige Aussagekraft statt. Das Projekt soll eine Anregung für andere sein, da es leicht umzusetzen ist. Jenseits vom sprachlichen Ausdrucksvermögen können sowohl materielle als auch emotionale Aspekte dargestellt werden.

Sich vertraut machen mit der neuen Heimat und deren Herausforderungen im Alltag stehen im Mittelpunkt der eingefangenen Motive.

Über die Fotos kommen die Jugendlichen miteinander ins Gespräch, machen sich vertraut, erspüren die Befindlichkeit des anderen und lernen sich gegenseitig achten und schätzen. Respekt, Rücksichtnahme, Akzeptanz und Toleranz des anderen sollen gefördert und verinnerlicht werden. Über die Fotografie und das Nachdenken über die Motive werden Vorurteile abgebaut und ein besseres Verstehen gefördert. Vor allem die Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion nimmt dabei einen hohen Stellenwert beim Betrachten der Bilder ein.

Städte widmen sich nach der Erstaufnahme von Flüchtlingen inzwischen intensiv der Integration der Menschen in die Gesellschaft. Integration kostet Zeit. „Integration ist elementar für ein gedeihliches Zusammenleben von Einheimischen und Zugewanderten in unseren Städten. Angesichts der großen Zahl der Menschen mit Bleibeperspektive, die vor Krieg und Verfolgung zu uns geflohen sind, wird Integration kein gemütlicher Spaziergang, sondern eine lange Wanderung, die auch Kraft kostet.“ (Präsidentin des Deutschen Städtetages, Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse aus Ludwigshafen)

Das Projekt „Angekommen?! möchte dabei unterstützen. Das Ziel ist die erfolgreiche Integration zugewanderter junger Menschen. Voraussetzung dafür ist die gesellschaftliche Akzeptanz. Um sie zu erreichen müssen Menschen aufeinander zugehen, die neu zu uns Gekommenen, aber auch die Einheimischen. Um Vorurteile zu entkräften ist ein Bündel von Maßnahmen erforderlich und zahlreiche Akteure wie Eltern und Familien, Schule und Jugendbildung gefragt. Sinnvoll sind Bestrebungen, die eine Stärkung der Persönlichkeit und des Selbstbewusstseins zum Ziel haben.

Smartphones begleiten das Leben unserer Jugendlichen. Sie haben die Zugewanderten auf der Flucht begleitet, speichern Bilder aus der alten Heimat und halten Eindrücke der neuen Heimat fest – und oftmals dienen sie als einziges Sprach- und Verbindungsrohr zur alten Heimat. In der Auseinander-setzung mit der Frage „bin ich angekommen oder nicht?“, „sind die Zugewanderten [aus der Sicht der Einheimischen] angekommen oder nicht?“ entstehen individuelle und einzigartige Videoclips und Fotos. „Was braucht es noch, um wirklich angekommen zu sein?“ Es entwickelt sich die Reflexion über eigene Empfindungen. Gemeinsames und Trennendes taucht auf und im Gespräch über die entstandenen Fotos reflektieren die Beteiligten ihre jeweilige Situation.

In der Fotoausstellung werden diese Überlegungen dann einer breiten Öffentlichkeit präsentiert, was wiederum zum Nachdenken, zum Gedankenaustausch und wiederum zur (Selbst-)Reflexion einlädt. Jugendliche werden bei der Erstellung geeigneter Fotos unterstützt. Die Ausstellungen dienen der Information und Diskussion und sollen zu einem vertieften Nachdenken über Heimat anregen. Was bedeutet Angekommensein für Zugewanderte und Einheimische? Welche Wertevorstellungen bringen Jugendliche mit, zu welchen Werten bekennen sie sich? Welche Werte braucht es, damit Integration gelingt? Wie verändert sich ein Land, wenn die Zugewanderten in ihrer Vielfalt angenommen werden? Diskussionen entstehen, wie Zusammenleben in der Demokratie gelingen kann. Was dürfen wir von den Zugewanderten erwarten und sie wiederum auch von uns? Besondere Berücksichtigung findet dabei auch die Sichtweise von Frauen.

Der zweite Bestandteil des Projekts ist ein Film, der Emigration geschichtlich beleuchtet und Elemente aus den Standorten unter Beteiligung der einheimischen und zugewanderten jungen Projektteilnehmer mit einfließen lässt. Titel: „Heimat-Werte-Orientierung und Identität. Ein visuelles Impulsreferat zum Spannungsfeld von Migration und Heimat, Werte, Orientierung und Identität.“

Bei den Worten Heimat und Werte handelt es sich „um eine Art persönlichen Zugangscode, unverwechselbar wie der Fingerabdruck. Heimat, Identität, Orientierung sind Wegmarken einer langen Geschichte, die immer neu gesetzt werden – alles fließt – panta rhei. Bild, Sprache, Musik, Ton erreichen tiefere Schichten und damit tieferes Verstehen oder zumindest empathisches Erahnen. Ein Gefühl dafür – warum wir ticken wie wir ticken – für uns, für Fremde eine Grundlage, auf der Kommunikation aufbauen kann. Das Medium Film kann ausdrücken, was hinter Heimat und Werte steht.“ (Hans-Günther Kaufmann).

Der Regisseur und Fotograf Hans-Günther Kaufmann unterstützt zudem als Mentor die jungen Projektteilnehmer bei ihren Foto- und Filmarbeiten. Die an den einzelnen Standorten entstehenden Videoclips werden im Film an geeigneter Stelle mit eingebunden.

Kurzbeschreibung des Films, der als Einstieg bei den Ausstellungseröffnungen dient und bayernweit als Impuls bei Integrationsanlässen genutzt werden kann:

  • Kapitel „DA SAN’S“: Präsenz der Völkerwanderung, das DA SAN’S, die vielen Fremden und Fremdartigen; aufzeigen, aussprechen, was Unbehagen und Ängste auslöst
  • Kapitel „Heimat“: Die lange Geschichte einer Schicksalsgemeinschaft – Emotionen, Traditionen, Lebensart, die für Heimat stehen
  • Kapitel „Prägung“ – was die Menschen in Bayern prägte und prägt
  • Kapitel „Orientierung & Vision“: Funktionieren im System – Bedrohung durch Migration – Instabilität – Vision?
  • Kapitel „Pioniere aus Bayern“: Südafrika – Zulu Land – Inkamana, das Kloster aus Sankt Ottilien/Bayern leistet seit 1922 Entwicklungshilfe; Landwirtschaft & Bildung – Migrationsursachen vorbeugen
  • Kapitel „leben und leben lassen“: Die bayerische ART – Lebenskunst – mit Humor und dem Streben nach dem rechten Maße Gegenwart und Zukunft zu gestalten.

Zusätzlich zu diesem Drehbuch berücksichtigt der Film die Arbeit der Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund an den einzelnen Projektstandorten.
Der Projektträger, die KEG, räumt dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration und der Stiftung Wertebündnis Bayern ein einfaches Nutzungsrecht an dem oben benannten Film räumlich, zeitlich und inhaltlich unbeschränkt ein. Das Staatsministerium ist berechtigt, den Film zu verändern und / oder sonst zu bearbeiten (§ 39 Urheberrechtsgesetz).

Der dritte Bestandteil des Projekts ist ein Improvisationstheater, das die Jugendlichen an den Projektstandorten aktiv begleitet und die Geschichten hinter den Fotos auf die Bühne bringt, wodurch die Inhalte noch genauer veranschaulicht und Emotionen in Gesten und Körpersprache umgesetzt werden. In diesem begleitenden Projekt soll der innovative Ansatz „Improvisation und Empowerment“ in Seminaren für geflohene Jugendliche und anschließenden Shows erprobt und weiterentwickelt werden. Um in den Improvisationstheaterworkshops gemeinsam mit den Jugendlichen an Themen wie Integration, Migration und der Entwicklung von Kompetenzen zu arbeiten, wird der „refugee guide“ eingesetzt. In Multiplikatorinnen- und Multiplikatoren-Trainings soll der Ansatz an ein interessiertes Fachpublikum weitergegeben und in einem Handbuch nachhaltig gesichert werden.

Kurzbeschreibung

  • zweitägige Seminare für geflohene Jugendliche
  • anschließende Shows bei der Eröffnung der Fotoausstellung
  • eintägige Multiplikatorinnen- und Multiplikatoren-Trainings
  • Entwicklung eines Handbuchs

Methode

Der Ansatz „Improvisationstheater und Empowerment“ kombiniert Methoden des Improtheaters, der interkulturellen Bildung und der Traumapädagogik. Aus dem Improtheater kommen Methoden des Perspektivwechsels, der Erlebnispädagogik, des prozessorientierten und spielerischen Lernens, Sensibilisierungs-, Reflexions- und Handlungsmethodik. Aus dem interkulturellen Lernen kommen Ansätze der Antirassismus-und Antidiskriminierungsarbeit, Theater wird als etwas verstanden, was gesellschaftliche Strukturen ändern kann, ähnlich den Ansätzen Theater of the opressed/The living theater. Aus der Traumapädagogik kommen ressourcen- und kompetenzorientierte Ansätze zur Stärkung und Stabilisierung der Teilnehmenden.

Diese Methoden werden prozess- und zielgruppenorientiert kombiniert und eingesetzt. Z.B. reflektieren die Teilnehmenden Vorurteile sowie die daraus resultierenden Verhaltensweisen. Spielerisch werden dabei laufend die Selbst- und Fremdeinschätzungen der Teilnehmenden thematisiert. Ein sicherer und objektiverer Umgang mit unerwarteten Situationen wird eingeübt.

Methoden der interkulturellen Bildung und der Traumapädagogik werden bereits in der Arbeit mit jugendlichen Geflohenen eingesetzt. Neu ist, Methoden des Improvisationstheaters in die Arbeit zu integrieren. Warum Improvisationstheater?

  1. Im Improvisationstheater wird nichts vorgegeben, sondern mit den Fotos gearbeitet, die die Jugendlichen gemacht haben. Damit wird gesichert, dass an der Lebenswelt, an den Themen der geflohenen Jugendlichen gearbeitet wird.
  2. Im Improvisationstheater wird an Situationen gearbeitet, die für die Jugendlichen bedeutsam sind. Es werden Alternativen aufgezeigt. Alternativen, wie diese Situationen bewertet werden und wie in Situationen reagiert werden kann, werden gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeitet. Damit wird ihre interkulturelle Kompetenz gestärkt.
  3. In den Shows präsentieren die Jugendlichen das von Ihnen Erarbeitete. Die Shows zeigen etwas von ihrem Leben, sie zeigen viel Freude, Kraft und ihre Stärken. Für die Jugendlichen bedeutet das ein starkes Empowerment.
  4. Für das Publikum werden die Stärken dieser jungen Menschen klar und das, was sie unserem Land bei gelungener wechselseitiger Integration bringen können.

Der Ansatz „Improvisation und Empowerment“ wird bereits erfolgreich eingesetzt, um geflohenen Jugendlichen Kompetenzen, die für den Arbeitsmarkt relevant sind, zu vermitteln. Er wird an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren weitergegeben und in einem Handbuch veröffentlicht. So  kann gewährleistet werden, dass der Ansatz im pädagogischen Bereich weiter genutzt wird.

Eine Präsentation des Foto-, Film- und Theaterprojekts im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration ist geplant. Das Projekt wird auf einer eigenen Homepage und in Printform dokumentiert.

Organisatorischer Rahmen

An Schulen – im Rahmen eines Fotoprojekts, im Ganztagsbetrieb -, im Jugendtreff, an der Fachakademie setzen sich zugewanderte und einheimische Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit dem Thema „Angekommen?!“ auseinander. Mögliche Fragestellungen lauten:

  • Wie sieht meine neue Umgebung aus?
  • Was ist mir vertraut oder fremd?
  • Wie fühle ich mich?
  • Was hilft mir, in einem unbekannten Land anzukommen?
  • Was unterscheidet sie von der Heimat, aus der ich geflüchtet bin?
  • Wie erlebe ich das Zusammenleben hier?
  • Welche Werte finde ich vor, denen ich zustimmen kann?
  • Was finde ich wertvoll?
  • Worauf möchte ich nicht verzichten?
  • Was oder wer hat mir geholfen, hier gut angekommen zu sein?
  • Welche Erinnerungen begleiten mich?
  • Was fehlt mir?
  • Was gibt mir Halt und Hoffnung?
  • Wann geht es mir gut?
  • Wie stelle ich mir meine Zukunft vor?

Zu genannten Fragestellungen sind Einheimische und Zugewanderte mit ihren Smartphones unterwegs und erläutern anschließend jeweils ihre Motive und versuchen sie in Worte zu fassen. Das Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, dass Zugewanderte in unseren Gemeinden und Städten heimisch werden. Vielfalt von Kulturen und Traditionen sollen gelebt und erfahrbar werden können.

Zeitlicher Rahmen

Die Projekte in den einzelnen Regierungsbezirken beginnen ab Dezember 2016. Die Fotoausstellung, die aus dem Projekt in Traunstein hervorgeht, wird während der Chiemgauer Kulturtage vom 14. bis 30. Juli 2017 gezeigt. Eine Bilanz aller Standorte und Projektbereiche ist Ende 2017 im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration angedacht.

Evaluation

Die Stiftung Wertebündnis Bayern finanziert die Evaluation der Gesamtinitiative für Integration und Toleranz sowie aller Einzelprojekte. Die am Projekt „Angekommen?!“ beteiligten Partner kalkulieren Zeitbudgets für die Kooperation mit dem Evaluationsteam des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) ein und tragen zum Gelingen einer aussagekräftigen Evaluation bei.

In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird es Daueraufgabe sein, Zugewanderten Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben zu ermöglichen und Einheimischen Einblick in den kulturellen und religiösen Hintergrund der Zugewanderten zu geben, damit Integration auch wirklich gelingen kann. Begegnung und Austausch findet über die Smartphone Fotografien und deren einzigartige Aussagekraft statt.

Dem Großteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen steht dieses Medium zur Verfügung und erfordert keinen hohen technischen Aufwand. Das Projekt ist deshalb auch leicht umzusetzen und übertragbar.

Um die Nachhaltigkeit des Projekts zu gewährleisten, werden möglichst viele Multiplikatoren dazu befähigt, selbst die Methoden des Improvisationstheaters mit unterschiedlichen Jugendlichen durchzuführen. Fortbildungen im Rahmen des jährlichen Fortbildungsprogramms der KEG sind geplant. Dieser Ansatz wird so an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren weitergegeben und in einem Handbuch veröffentlicht. Durch diese beiden Maßnahmen kann gewährleistet werden, dass der Ansatz im pädagogischen Bereich weiter nachhaltig genutzt wird und an ein interessiertes Fachpublikum weitergegeben wird.

Der Film, der an verschiedenen Standorten immer wieder als sogenanntes Impulsreferat – unabhängig vom Ort – eingesetzt werden kann, wird über die Landesmediendienste Bayern all jenen zugänglich gemacht, die bereits jetzt (und auch künftig) mit jungen Zuwanderern arbeiten.

Die gesammelten Fotografien können interessierten Einrichtungen auch als Wanderausstellung zur Verfügung gestellt werden.

Die KEG wird im Rahmen ihres Engagements im Wertebündnis die entstehende Homepage zum Projekt weiter pflegen.

KEG – Katholische Erziehergemeinschaft

Herzogspitalstr. 13/IV
80331 München

Tel.: +49 89 23 68 57 70 – 0
Fax: +49 89 260 63 87
E-Mail: info(at)keg-bayern.de
Internet: www.keg-bayern.de
Projekthomepage: www.projekt-angekommen.de

Hier das Projektkonzept „Angekommen?!“ downloaden.

Download der Broschüre zum Ansatz des Culturatoriums

„Heimat-Werte-Orientierung und Identität. Ein visuelles Impulsreferat zum Spannungsfeld von Migration und Heimat, Werte, Orientierung und Identität.“ Der Film von Regisseur und Fotograf Hans-Günther Kaufmann ist ein Teil des Projekts „Initiative und Toleranz“. Er beleuchtet Emigration geschichtlich und lässt Elemente aus den einzelnen Projektstandorten mit einfließen. Neben seinem eigenen künstlerischen Beitrag unterstützt Herr Kaufmann die jungen Projektteilnehmer zudem als Mentor bei ihren Foto- und Filmarbeiten.